JUGENDRING LEHNT NEUREGELUNG DER SOMMERFERIEN AB

 

Die geplante Erweiterung des zeitlichen Korridors für die Sommerferien in Deutschland von 70 auf 90 Tage stößt auf Widerstand in den Jugendverbänden.

Eine solche Ausweitung würde auch für Familien Probleme in der Betreuung ihrer Kinder bedeuten. Noch frühere Sommerferien verhindern die Teilnahme von Studierenden als ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an den Ferienmaßnahmen der Jugendverbände. Aber auch für die innerörtlichen Maßnahmen des Jugendamtes und weiterer freier Träger wird es so immer schwieriger, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter den Studierenden an den Hochschulen zu finden. Die vorlesungsfreie Zeit der Studierenden beginnt im Schnitt am 15. Juli und damit bei dem frühen Ferientermin mehr als vier Wochen vor dem Ende des Sommersemesters.

 

Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder würden dem Ehrenamt mit dieser Neuregelung einen weiteren Bärendienst leisten. Die Einführung von G8 und des verkürzten Bachelor-Studiums bereitet den jungen Menschen große Schwierigkeiten für ihr ehrenamtliches Engagement. Die Zeitressourcen junger Menschen für das ehrenamtliche Engagement in den Jugendverbänden und damit in der Gesellschaft werden immer weiter verringert. Schon heute steigen aufgrund der Belastung von Schule und Studium viele junge Ehrenamtliche aus ihrem Engagement in der Jugendarbeit  aus.

 

Die Veränderung der zeitlichen Lage der Sommerferien mit einem früheren Beginn im Juni verschärft die Situation zusätzlich.

 

Es muss vielmehr in NRW darüber nachgedacht werden, die Schul- und Semesterferien wenigstens teilweise einander anzupassen und Freiräume für das ehrenamtliche Engagement von Studierenden zu schaffen. Sinnvoll wäre neben der Anpassung der Ferienzeiten auch ein Zeitraum innerhalb einer gemeinsamen Ferienspanne ohne Klausuren. Diese Forderung erheben die Jugendverbände im Bund, in den Ländern und Kommunen schon seit Jahren.

 

Der Jugendring Düsseldorf fordert die Ministerpräsidentin des Landes NRW auf, einer solchen Regelung bei der Ministerpräsidentenkonferenz nicht zuzustimmen. Eine Zustimmung bedeutet den Kniefall vor der Tourismusbranche und ist nicht an den Interessen der Kinder und Jugendlichen und ihren Familien ausgerichtet.

Die Hinweise der Schulministerin auf die Probleme für den Schulbetrieb sollten nicht außer Acht gelassen werden.

Der Jugendring findet es auch erschreckend, dass eine solch gravierende Änderung ohne frühzeitige öffentliche Diskussion entschieden werden soll. In einem solchen Prozess muss Transparenz geschaffen und möglichst viele Betroffene in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden.

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